Beiträge

In unserer Gemeindezeitung "Christophoros", die sechsmal pro Jahr erscheint, finden sich im Mittelteil der Zeitung mehrere Beiträge in deutscher Sprache, die sowohl Einblicke in das Gemeindeleben gewähren, als auch mitunter darüber hinaus weisen. Hier gelangen Sie zu einer Übersicht der Ausgaben aus der letzten Zeit. Manche Beiträge sind relativ zeitlos, so dass auch ein Blick in frühere Ausgaben lohnenswert ist.

Gemeindezeitung Christophoros

Seit einigen Jahren sind wir unterwegs zum Reformationsjubiläum. Eine ganze Dekade haben wir Zeit uns darauf vorzubereiten – und wir tun das unter anderem, wenn wir wie im vergangenen Jahr in Sárvár, heuer bei uns in Sopron/Ödenburg und im nächsten Jahr in der Budapester Burggemeinde treffen, um uns auf die Spuren der Reformation zu begeben. Einige Gedanken und Zeichnungen seien uns eine Station auf diesem Weg – und das Zeichnen als künstlerische Tätigkeit gestattet ja auch gewisse Überzeichnungen.

Im Gespräch mit Gertraud Winter

Ein strahlendes Lächeln – wann immer man sie sieht. Eine gewinnende, sympathische Art. Ein Mensch, den man gerne und regelmäßig auch im deutschen Gottesdienst sieht. Oft auf der Kanzel, und noch häufiger einfach so als Gottesdienstbesucherin. Was wären wir nur ohne Gertraud Winter? Ehrlich gesagt, ich kann es mir nicht vorstellen. Doch wir müssen es uns auch nicht vorstellen. Denn man merkt, sie ist mit Herz und Seele Mitglied unserer Gemeinde. Die Lektorin und langjährige Religionslehrerin spricht über Herzensanliegen im kirchlichen Dienst und über den Wert der Gemeinschaft.

...die aus aller Herren Ländern unsere Kirche besuchen. – Werfen Sie nur einen Blick in unser Gästebuch im Vorraum der Kirche! – Es sind Besucher, die ihre Wurzeln oder die Namen ihrer Vorfahren suchen, die sich erinnern wollen, oder die "einfach" nachdenken und beten wollen. Oder in der Sommerhitze die Kühle genießen.

Ein Blick auf das Gustav-Adolf-Fest

"Ich wünschte, die Kirche füllte sich …" Dieser Wunsch wurde erfüllt, wenn auch nicht im Sinne des Verfassers des Gedichtes, Dr. András Winkler.

Interview mit der deutschen Kuratorin Márta Farsang
Was bedeutet eigentlich Glaube – im eigenen Leben, aber damit aufs Engste verbunden auch in der Verbundenheit einer Kirchengemeinde? Welche Chancen und Grenzen hat die Weitergabe vom Glauben? Was bedeutet die Deutschsprachigkeit in unserer Gemeinde? Márta Farsang, Kuratorin des deutschsprachigen Gemeindeteils, blickt für den Christophoros auf diese vielfältigen Themen des kirchlichen Lebens in Sopron.

Pfarrerin Katalin Magassy im Gespräch

Katalin Magassy ist Pfarrerin und Diakonisse – eine Besonderheit in Ungarn. Beim Gemeindenachmittag Anfang Mai hat sie aus ihrem Leben und von ihrem Glauben erzählt – und bat zu Beginn, das Lied "Jesu, geh voran" zu singen. Ein Lied, das tiefere Bedeutung für Katalin Magassy hat.

Teodóra Mátis und Lili Horváth über das Ehrenamt in der Gemeinde. Im deutschsprachigen und im ungarischsprachigen Gemeindeleben sind sie zu Hause. Die Kindergruppe, beide Jugendgruppen, die Jugendband der Gemeinde, die Kinderbibelwoche und Sommerfreizeiten – überall hier sind sie aktiv. Und bei den Gottesdiensten trifft man sie auch überaus regelmäßig an – und auch hier übernehmen sie Aufgaben. Lili Horváth und Teodóra Mátis, beide 18 Jahre alt, prägen nicht nur das Gemeindeleben, sondern sind auch im Schulleben des evangelisch-lutherischen Lyzeums aktiv.

Dr. Szabolcs Gimesi über ein aktives und zukunftsorientiertes Gemeindeleben. Er scheint ganz unermüdlich in seinem Einsatz für unsere Kirchengemeinde. Und wann immer es Herausforderungen gibt, hat er auch schon Problemlösungen zur Hand. Dr. Szabolcs Gimesi setzt sich mit juristischem Verstand und christlichem Herz für seine Gemeinde ein – nicht nur, wenn es um das neue Gemeindehaus geht. Der Reiz des Ehrenamtes und Gedanken zur Zukunft des Gemeindelebens – hierüber sprach Dr. Szabolcs Gimesi mit dem Christophoros.

"Näher mein Gott zu dir,
Näher zu dir!
Drückt mich auch Kummer hier,
Drohet man mir,
Soll doch trotz Kreuz und Pein,
Dies meine Losung sein:
Näher mein Gott zu dir,
Näher zu dir!"

Was für eine Gemeinde wollen wir? – Anregungen zum Diskurs

Im Jahr 1992 wurde erstmals ein Freundschaftsvertrag zwischen den evangelisch-lutherischen Kirchen in Bayern und in Ungarn unterzeichnet. Seither traten zahlreiche bayerische und ungarische Gemeinden sowie andere evangelische Institutionen wie Schulen, Kindergärten und diakonische Einrichtungen sowie die theologischen Fakultäten in gegenseitigen Kontakt. Und immer wieder wird die Partnerschaft bei großen Festen gefeiert – so zuletzt im vergangenen Oktober in Nürnberg anlässlich des 20-jährigen Bestehens. Gerade das Pfingstfest bietet Gelegenheit, den Blick zu heben und über die Grenzen der eigenen Kirchenstrukturen hinauszublicken – auf das, was uns über Grenzen hinweg in Christus verbindet und Kirche zu einer lebendigen Gemeinschaft von Christen werden lässt. So stehe der Blick auf die bayerisch-ungarische Partnerschaft im Zeichen des Pfingstfestes.

Im Gespräch mit Pfarrer Holger Manke. Am Sonntag, dem 3. März hat sich der neue Pfarrer Holger Manke im Gottesdienst vorgestellt. Er ist 31 Jahre, studierte in Erlangen und Budapest Theologie, stammt aus der Kirchengemeinde St. Sebald in Nürnberg und fand in deren ungarischer Partnergemeinde, der Budapester Burggemeinde eine zweite geistliche Heimat und knüpfte Freundschaften nach Ungarn.

Manchmal läuft man Gefahr, sich zu wiederholen. Zum Beispiel bei der Verkündigung von Rekorden. 2015 kündigten wir einen „Rekordjahrgang“ seit 1946 an mit – damals unvorstellbaren – neun deutschen Konfirmanden. 2017 folgte die Einstellung des Rekordes mit zwölf Konfirmanden. Und nun dürfen wir sage und schreibe neunzehn Jugendliche in der deutschen Konfirmandengruppe begrüßen. Aber es geht ja nicht um die Zahl. Wichtig ist doch, dass die Gemeinde sie sowohl im Miteinander als auch im Gebet auf dem Weg zur Konfirmation begleitet. Und damit das geht, ist es gut, wenn man sich auch kennt. Die neuen deutschen Konfirmanden schreiben davon, warum sie konfirmiert werden möchten und worauf sie sich freuen.

Die Großelterngeneration der heutigen Jugendlichen erlebten die große Zeit des „Jünglingsvereins“, die Elterngeneration die Dekanatsjugendbewegung „Mustármag“. Das segensreiches Wirken beider Jugendgruppen strahlen bis heute in unser Gemeindeleben aus. Auch heute freuen wir uns über eine überaus rege und aktive Jugendarbeit. Da steht die Frage im Raum, was sich Jugendliche von heute für die Zukunft wünschen? Was sollen einst ihre Kinder in dieser Gemeinde vorfinden, was für einer Gemeinschaft sollen sie angehören? Einfach träumen – von der Gemeinde der Zukunft … nein. Von „unserer“ Gemeinde der Zukunft.

Martin Luther hatte die Reformation nicht geplant, dennoch veränderte sie Europa grundlegend. Die Ideen aus Wittenberg kamen genau zum richtigen Zeitpunkt in die Welt. Die Reformation fiel in eine Zeit voller Veränderungen. Kirche, Politik, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft befanden sich in Wandlungsprozessen. Das Weltbild der Menschen änderte sich fundamental. Zuerst der Gebildeten, dann der einfachen Menschen. 1492 entdeckte Christoph Kolumbus einen bisher unbekannten Kontinent. Genau vor fünfhundert Jahren, von 1519 bis 1522 umsegelte Ferdinand Magellan erstmals die Welt. Der erste praktische Beweis, dass die Welt rund ist. Der Domherr und Wissenschaftler Nikolaus Kopernikus veröffentlichte 1543 eine Schrift, in der er seine Erkenntnisse zusammenfasste: Die Erde dreht sich um selbst und um die Sonne.